zu sich kommen...

Warum nur machen wir uns die Muehe, solch eine Plage auf uns zu nehmen? Schon am Morgen ,wenn ich mich von meiner haeufig schmuddeligen Matratze erhebe, wenn ich Nene murmeln hoere, dass sie einpacken hasst, wenn die Sehnen und Muskeln noch vom Vortrag ziehen und schmerzen, frage ich mich nach dem Sinn dieser Plagerei.

Laufen wir dann endlich, dann wird die Sache schon ein bisschen klarer. Bevor es richtig hell wird, veraendert sich der Himmel. Das schwarz weicht einem sehr intensiven dunklen blau. Dies ist der Moment,wenn die Farben wiederkehren.

Ein magischer Moment, der in einem alltaeglichen Leben selten wahrgenommen wird. In diesem Moment faellt die Temperatur spuerbar ab, man froestelt, geht schneller und denkt an nichts, als an einen schoenen heissen Milchkaffee. Vielleicht noch an den verwirrenden Traum, den man heute erlebte. Die Traeume auf dem Weg haben auch eine besondere Intensitaet!

Und dann ist man bei sich! Zu muede noch um zu sprechen. Alles tut weh. Vielleicht hat man Durst oder Hunger oder ginge gerne kurz pinkeln.

All das dient ganz wundersam dazu, ganz zu sich zu kommen. Das Leben zeigt sich in seiner totalen Einfachheit. Man moechte nachmittags ankommen, moeglicht etwas schoenes erlebt haben. Abends ein Bett, irgendwann Santiago. Dazwischen essen, Fuesse massieren, Leute treffen, die aehnliches tun und sobald ein Getraenk geschluerft ist wuenscht man sich ein Internetcafe - die wunderbare Verbindung zu einer Welt, die wir zu kennen glauben.

Alles was uns belastet, was wir lieben, rutscht zurueck hier auf dem Weg, verliert seine Wichtigkeit. Immer weniger faengt uns ein. Irgendwann muss man vermutlich damit aufhoeren,sonst verliert man sich im Jetzt und wird zu einem Blatt im Wind.Haltlos.

Aber uns halten eure Telefonate, eure Kommentare, eure mails und  SANTIAGO, unser Ziel.

Santiago nos tira y tira aunque no queremos mas caminar. Es un estado extraordinario. Ahora Santiago esta todavia lejos. Pero un dia vamos a llegar. Seguro. Es como una idea para muchas cosas que passan en nuestra vida. Me entiendes?

raushier am 17.7.12 14:40

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Georg Strasser (18.7.12 10:29)
Hallo zusammen, ich sende Euch herzliche Grüße und wünsche viele der guten und wenige der nicht so ganz unbedingt guten Momente, die in Euren Erzählungen ja auch immer wieder vorkommen. Um sich gut zu fühlen, muss man nah an der Grenze gehen und sie ab und zu überschreiten. Das ist zumindest eine Tugend oder Auffassung, die in unserer Lebenssphäre weit verbreitet ist. Und Pilgern tun die Moslems ja sogar auch, das scheint kulturübergreifend eine gute Einrichtung zu sein. Ich tendiere manchmal ja zu der Auffassung, dass auch ehrgeizige sonstige Projekte die Gestalt von Pilgerreisen und "langen Märschen" annehmen können. Aber es wirklich und richtig zu tun, das ist schon nochmal was anderes, das lese ich aus Euren Berichten. Alles gute einstweilen für die nächsten Tage ....

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